4.01.2008

Weihnachten in Spanien…

…ist ungewohnt. Und nein, ich bin nicht zu spät dran, wie man beim Weiterlesen noch herausfinden kann. ;-)

Spanischer Weihnachtsbaum aus WikipediaIn dem in Deutschland schon fast notorisch weihnachtlichen Dezember mochte bei mir “hier unten” irgendwie überhaupt keine Weihnachtsstimmung aufkommen, was aber zugegebenerweise auch an den ungewohnten Eindrücken (milde Temperaturen, Palmen und fern von der Familie) gelegen haben mag. Allerdings war und ist auch sonst nicht allzu viel zu sehen in den Straßen – private Weihnachtsdeko setzt sich scheinbar gerade erst so langsam durch (hauptsächlich die auch in Deutschland in den vergangenen Jahren immer beliebteren Weihnachtsmänner), Lichter gibt’s nur im Stadtzentrum und Weihnachtsmärkte überhaupt nicht. Doch auch das Radio ist seltsam “uneingestimmt”, Musik mit Weihnachtsbezug ist eine Seltenheit (zumindest vor Heiligabend, zwischen den Jahren war ich nicht hier).

Jetzt im Januar ist Weihnachten für mich natürlich total vorbei – wie für die Mehrheit der Deutschen (oder sagen wir mal sicherheitshalber der Hessen) eben auch. Eine Konzertankündigung im Webradio von hr2 war klang auch entsprechend entschuldigend, wurden doch Weihnachtslieder im Januar angekündigt – eine PR-Taktik (oder auch “kulturelle Vision”) des Veranstalters, wie es scheint.

Hier ist das natürlich ganz anders: Übermorgen kommen die heiligen drei Könige, und statt politischer Debatten (wie in DE) beherrscht dann das Kinderglück die Medien. Entsprechend weihnachtsseelig ist hier auch noch das Radio, mehr noch als im Dezember haben Santas Glöckchen den Weg vom Werbe-auch in das Regelprogramm gefunden, Kinder werden interviewt, worauf sie sich denn freuen, etc. Eine komische Gemengelage, und gerade die Inkompatibilität der Terminlage von “Santa” und den Königen ist äußerst spannend. Denn dass die Könige das eines Tages ganz das Nachsehen haben werden wie dereinst das deutsche Christkind, erwarte ich auch deshalb so schnell nicht. Das Bescherungsverhalten hat sich allerdings schon etwas angepasst, wie ich vernommen habe – aber wie das letztlich ausgehen mag, wage ich nicht zu prognostizieren. Gerade auch, weil “die Spanier als solche” eher traditionell eingestellt sind…

Letztlich graust mir schon vor dem Gedanken, wie ich meiner eigenen Tochter Weihnachten jetzt schlüssig näherbringen soll (von der bekannten und in Jahrhunderten bewährten Weihnachtsgeschichte mal abgesehen). Schließlich haben wir mit der deutschen Familie und Nachbarschaft immer noch Nikolaus gefeiert, dann kommen in Spanien sicher noch die “Könige” zum Christkind und dem Weihnachtsmann hinzu. Seufz! Also, der Weihnachtsmann bringt seine Geschenke über Nacht zu Heiligabend, das Christkind am heiligen Abend selbst. Der Nikolaus ist nicht der Weihnachtsmann, schließlich kommt der vorher schon. Und die Könige… hm, da bin ich mit meinem Latein am Ende.

A propos Könige, ein kleiner Offtopic-Einschub: König Juan Carlos wird morgen 70, und seit er den Aufschneider Hugo Chavez auf einem Gipfel dieses Jahr ziemlich brüsk zurechtgewiesen hat (“Warum hältst du nicht einfach die Klappe?”),wird er von den Spaniern noch mehr verehrt. Und während dieser König dann noch feiert, beginnt für die spanischen Kinder die “aufregendste Nacht des Jahres” – wie sie das laut Radio für die “Kinder der Welt” eben so ist vor der Ankunft der heiligen drei Könige. Und so macht sich eben jeder selbst die Welt, wie sie ihm gefällt – mich ausdrücklich eingeschlossen. ;-)

Und damit sind wir wieder ontopic, und auch am Schluss angelangt. Bis zum nächsten Mal! :-)

Kommentare

[...] wenn ich mich vor kurzem noch darüber beschwert habe, dass in Spanien so wenig Vorweihnachtsstimmung aufkommt, bin ich nun doch ganz froh darum, dass die Saison hier nur geringen Einfluss auf das Musikprogramm [...]

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