Ja, und zum Glück war “er” nur ein Yorkshire-Handtaschenwaldi, mit dem man nicht einmal dem Osterhasen stellen könnte! :-) Ganz anders war mir da schon wenige Minuten vorher geworden, als ich den Doggen-Verschnitt im Halbdunkel erspähte. Gut, er war an der Leine, und er sah auch noch “jung und verspielt” aus, dafür hatte er aber in etwa meine Gewichtsklasse, einen Kiefer mit dem Fassungsvermögen eines Maßkrugs und sein Frauchen eine zierliche Gestalt – nach spanischen Maßstäben, wohlgemerkt. Zum Glück scherte sich das gute Tier aber nicht sonderlich um mich, ganz anders als der erwähnte Handtaschenwaldi. Der im Übrigen wirklich nur spielen wollte, und mir zumindest eine Entschuldigung für das erste Heruntersetzen der Laufgeschwindigkeit gab.
Eigentlich war ich durch meine Konditionslosigkeit ja schon genug gestraft. Immerhin mein erster Lauf-Anlauf seit dem berüchtigten Ultra-Marathon, von dem man sich heute noch wilde Schauergeschichten erzählt… ;-) Doch es kam schlimmer. Wie ich feststellen musste, gibt es handfeste Gründe dafür, dass man Jogger überwiegend auf Asphalt, am Strand dagegen nur Fußgänger und gelegentlich ein paar versprengte Surfer zu sehen bekommt (zumindest im Winter).
Denn es gilt der Zusammenhang:
Strand + Joggen = anstrengend (1)
Noch schlimmer aber:
Strand + Joggen + Trainingsrückstand = anstrengend² (2)
Und schließlich:
Strand + Sturmwarnung = nicht ratsam (3)
(3) nach “Strand” umgeformt und in (2) eingesetzt ergibt:
Sturmwarnung - Joggen – Trainingsrückstand = anstrengend² – nicht ratsam (4)
Wahrheit durch Mathematik! ;-) Und auch wenn ich sonst, Ingenieur hin oder her, vielen “Laberfächern” (O-Ton eines Berechnungsingenieurs) für gewöhnlich den Vorzug gebe, so sei hier ein nicht mehr ganz neuer, aber unheimlich passender xkcd-Comic zum Besten verlinkt. :-)
Es ist übrigens nicht wenig überraschend, dass die heutige Sturmwarnung mal wirklich wahr geworden ist, für gewöhnlich sind die Wettervorhersagen reichlich divergent und haben nicht selten wenig mit der Wirklichkeit zu tun – habe ich mir jedenfalls sagen lasse, so genau verfolge ich das selbst nicht. Aber auch in Good Ol’ Germany hat Kachelmann dem DWD ja wohl gezeigt, was ‘ne Harke ist – wie man mit tausenden privaten Wetterstationen in Deutschland Geld verdienen kann ist mir zwar schleierhaft, aber ich muss das Geschäftsmodell ja nicht verstehen, um hier jetzt mal pauschal Freiheit und Marktwirtschaft zu loben, oder? ;-) Die Windgeräusche im Büro haben mich heute übrigens sehr an den ein oder anderen Herbsttag auf der “Lichtwiese” in Darmstadt erinnert… die “Tumbleweeds” (oder zu Deutsch “Steppenhexen”), die es heute über Alicantes Straßen geweht hat, gibt es dort aber leider nicht. Echtes Westernflair! :-)
Den Seegang hat es aber leider ausgebremst, da der Wind von der Landseite kam. Dabei schaue ich mir auf dem Weg zur Arbeit so gerne die Brecher an, die an dieser Stelle in das Straßen- und (insbesondere) Gleisbett krachen. :-) Wie lange das wohl gut gehen mag…?
So, für heute genug gebloggt, es war ja auch wider mal Zeit. Ich gehe jetzt mal meinen wohlverdienten Muskelkater auskurieren (von Begegnungen mit der domestizierten Fauna habe ich für heute schließlich bereits genug) und gönne mir eine Dose im praktischen EPa-Format. Und wem das nichts sagt, der sei auf den Wikipedia-Artikel dazu verwiesen.
