24.01.2008

Twitter = nutzlos…

…und Koch gewinnt die Wahl in Hessen. Now that I’ve got your attention… ;-)

Nee, aber ernsthaft: Twitter ist das sinnloseste, was mir bislang untergekommen ist. Den einzigen Sinn, den ich bislang in einem Account bei einem solchen Dienstleister gesehen habe, ist eine bequeme Möglichkeit, Statusupdates ins “echte Web” (statt in irgendein soziales Netzwerk, aka walled garden) zu stellen. Das habe ich zunächst mit Niimo probiert, die sich texteln.de nach dessen Niedergang geschnappt haben, da ich Deutsch auf Twitter irgendwie fehlplatziert fand (siehe Beitrag). In der Zwischenzeit durfte ich in der deutschen Blogosphäre herausfinden, dass auf Twitter durchaus auf Deutsch “getextelt” wird, aber das ist mir jetzt auch egal.

Grund: Ich habe die Statusupdates von ein paar Tagen stillschweigend wieder aufgegeben, weil

  1. iche keine regelmäßigen Statusupdates eingebe, da mir dafür die Zeit fehlt.
  2. die Formatierung, die dabei rauskommt, mir eh nicht passt, und sie mit Yahoo Pipes wieder rauszumachen, mag ich gar nicht erst probieren – wenn das überhaupt damit geht.
  3. Moblogging mit meinem HTC-Smartphone auch ohne SMS-Gateway geht – und sogar besser, wenn ich das will.

Von daher: Twitter-Account wird aufgegeben, Niimo ist eh tot. Bei letzterem kann ich nicht mal den Account löschen, Sauerei… aber was soll’s, weg ist weg. Und komm mir bloß keiner mit diesem Kerl vom Handelsblatt, der Twitter erst verrissen hat, und jetzt selbst abhängig ist! Genau wie die ganzen Chatsüchtigen in den frühen Internettagen (in der Vor-SMS-Zeit) werde ich die Twitterei auch nie recht verstehen. Ich hatte es eher mit Foren, wo ich so viel oder wenig schreiben konnte, wie ich mochte. Aber auch die Zeiten sind lange vorbei – ich blogge jetzt, und das an sich ist schon schlimm genug! ;-)

Achso, ja, und der Herr Koch. Umfragen sehen schlecht für ihn aus, was er für diesen Wahlkampf redlich verdient hat. Aber gewählt wird er dann trotzdem, die können sagen was sie wollen. War mit der abgewirtschafteten Regierung Schröder genauso. Warum? Methodische Gründe in der Demoskopie. Effekt “soziale Erwünschtheit”. Bei so einem Wahlkampf kann man sich ja nur noch beschämt abwenden, wenn man danach gefragt wird. Aber in der Wahlkabine kann man dann ankreuzen, was man für richtig hält – wo dann zum Tragen kommt, dass die gute Frau Ypsilanti nicht wirklich was drauf hat. Noch dazu ist sie so furchtbar links, das braucht ja wirklich keiner. Pest oder Cholera. Und die Leute lassen sich auch noch in diese Lager ziehen, furchtbar. Aber gut, entscheiden es die Kleinen halt – und in der Hinsicht vertrau ich der Frau Ypsilanti überhaupt nicht. Nee, sorry, gute Frau. Die heuchlerische SED-Nachfolgepartei brauchen wir nun wirklich nicht im Lande, auch wenn sie jetzt sozialromantisch verwässert ist und sich so mancher Verfassungsschutz (gelangweilt?) von ihr abwendet.

So, genug polarisiert, es ist ja Wahlkampf. Es gibt auch nette und vernünftige Sozis. Grüne und gelbe dito. Und auch Konservative. Sogar der Herr Koch ist in Nicht-Wahlkampfzeiten immer recht landesväterlich-zugänglich gewesen. Aber das gehört wohl zur Politik dazu. Traurig, aber wahr. Leider ist unpolitisch zu sein, keine Lösung, denn sonst verliert man immer.

P.S.: In Sachen 1984 – 2008 hat die hessische Landesregierung sogar auf rechtstaatliche Mäßigung verwiesen, das rechne ich ihnen durchaus positiv an. Ein bisschen mehr Vernunft und weniger Polemik und Alarm-Geschrei tut uns allen gut. Deswegen höre ich jetzt auch mal damit auf. ;-)

P.P.S.: Zu unterstellen, dass der Bundespräsident aus reinem Eigeninteresse die Wahlausgänge “besonders genau verfolgen wird”, wie es die Tagesschau-Onlineredaktion im letzten Absatz des oben schon einmal verlinkten Artikels tut, halte ich für das allerletzte – unabhängig von jedem Lagerdenken. Wir haben aktuell den besten Bundespräsident seit langem (im Sinne der politischen Einflussnahme), ebenso wir wir z.B. auch den besten Datenschutzbeauftragten seit langem haben – jeweils unabhängig von Parteibuch und Interessensgruppen. Zugegeben, bei dem so manchen Wechseln müssen beide gehen, der eine früher, der andere später – aber in Sachen Bundespräsident hänge ich dem Begriff “Würde des Amts” schon irgendwie nach. Just my .02 €.

Kommentare

[...] Landtagswahlen sind vorbei und die Sinnkrise ist da – so scheint es jedenfalls. Anders, als von mir vorhergesagt, hat Koch die Wahl in Hessen nicht wirklich gewonnen, was er für diesen Wahlkampf auch verdient [...]

[...] Ein (auch sehr diplomatischer) Lichtblick, gefunden über (das evtl. doch nicht so nutzlose :-)) Twitter mit Suchfunktion (demnächst mehr [...]

[...] Frieden mit dem Medium, wer weiß… Zur Erinnerung, vor knapp einem Jahr schrieb ich “Twitter = nutzlos“. Und noch stehe ich dazu. [...]

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