Aus gegebenem Anlass heute ein kleiner Artikel über das gute alte Telefax – denn gleich zwei Faxe haben mich heute auf unterschiedliche Weise beschäftigt. Zunächst einmal das Fax, das auf dem Anrufbeantworter meines Mobiltelefons gelandet ist. Eine tolle Sache eigentlich, denn das Fax liegt bereit, bis sich sein Empfänger in der Nähe eines passenden Ausgabegerätes befindet. Darüber, dass ein Fax auf ihn wartet, hat ihn der Anrufbeantworter bereits per SMS aufmerksam gemacht.
Für mich eine ideale Lösung, von der ich bis zum heutigen Tage noch nichts wusste – ob O2 allerdings eine Faxweiche Installiert hat? Das sollte man vermuten – wenn ich nicht wüsste, dass ich gestern Abend einen Anruf von “Unbekannt” knapp verpasst habe. Es hätte mir wohl hübsch ins Ohr gepiepst, wenn ich es rechtzeitig geschafft hätte – nun ja, man kann wohl nicht alles haben. Egal, spannend fand ich das Experiment allemal, das Fax im Büro dann auch abzurufen. Wer mochte mir wohl gefaxt haben? Für mich schwingt beim Empfang eines Faxes immer noch ein bisschen Spannung mit, nutze ich es selbst doch fast ausschließlich dazu, wichtige und “gerichtsfeste” Dokumente zu versenden (günstiger & beweiskräftiger als ein Versand per Einschreiben, unkomplizierter und internationaler als zertifiziert-signierte E-Mails). Doch es bewahrheitet sich immer wieder – man soll nicht von sich auf andere schließen. Es war ganz banaler Fax-SPAM – zugestellt zu einem Preis, den mir die nächste Telefonrechnung offenbaren wird…
Aber es gab noch ein anderes, durchaus witziges Fax an diesem Tag. Da bei mir “im Büro” mit “in einer Körperschaft der Europäischen Union” gleichzusetzen ist, befinden wir uns im Faxverteiler diverser Körperschaften der “International Community” – man muss ja diplomatisch auf dem neuesten Stand bleiben. ;-) Aus diesem Grunde weiß ich jetzt also, dass die spanische Botschaft der Sozialistischen Republik Vietnam in Februar für ein paar Tage geschlossen ist. Gut, dass man es uns gesagt hat! :-D
Dies erinnerte mich spontan an die Nachricht vom Tod eines griechisch-orthodoxen Patriarchen, die uns letzte Woche aus der griechischen Botschaft ereilt hat. Diese habe ich übrigens, pflichtbewusst wie immer, vorsorglich einmal weitergegeben – man weiß ja nie… :-) Sicher weiß ich nur, dass ich dem Fax ab sofort häufiger Beachtung schenken werde, auch wenn es nicht so direkt auf meinem Weg liegt wie in früheren Büros – denn wenn die Nachricht mal nicht übermäßig informativ ist, ist sie zumeist wenigstens in gewisser Weise amüsant! Danke, Vietnam! ;-)
P.S.: Der Running-Gag der hiesigen EU-Angestellten ist übrigens Malta – vermutlich deshalb, weil ihr nationales Markenamt realtiv stark “am Tropf” unserer bis vor Kurzem verpflichtenden Rechercheaufträge hängt. Und außerdem natürlich, weil sie so klein sind. :-P
