…als Deutscher in einer typischen Auswanderergegend zu leben. Meine (spanische) Frau hat gestern eine deutsche Zeitung gekauft, um unser TÜV-Problem in den Griff zu bekommen. Diese enthielt dazu zwar keine Information (trotz anderslautendem Tipp), aber eine bekannte Fernsehbeilage: Die rtv. Als ich diese gesehen habe ist mir zum ersten Mal bewusst geworden, wie viele Deutsche in dieser Gegend leben und wie wenig “wir von der EU” mit ihnen zu tun haben. 90% der hiesigen Deutschen sind Aussteiger, wogegen wir lediglich aus beruflichen Gründen herkamen. Wir (drei) sind eine gemischt-nationale Familie, und die Nationalität meiner Frau und die Nationalitäten unserer Tochter hatten absolut nichts mit der Entscheidung zu tun, auch wenn es die Anpassung natürlich sehr erleichtert.
Jetzt ist man auf einmal “überall und nirgends zu Hause”, sowohl das “typisch deutsche” als auch das “typisch spanische” wirkt irgendwie einengend und begrenzend, trotz aller Verbundenheit. Sehr seltsam, all das, auch für den EU-Nomaden mit mittlerweile einjähriger Auswärtserfahrung – aber auch nur, wenn man mal (aus welchen Gründen auch immer, und sei es die rtv) darüber nachdenkt.
Noch ein paar kleine Fakten am Rande: Importieren nach Alicante muss man lediglich Senseo-Kaffeepads, Vitalis Schkomüsli und Vanilinzucker. Und moderne Elektronik, die (abgesehen von iPods) hierzulande wesentlich teurer ist. Den Rest gibt es bei Lidl, Aldi oder in der Carrefour-Ausländersektion. :-)
