19.11.2008

Allergieschock durch Lebensmittelallergie

Um klar zu sagen, was Wikipedia verschweigt: Wenn es anfängt, sehr unangenehm und/oder zu einem (potenziellen) Notfall zu werden, gleich den Notarzt rufen! Auch bei “nur” starken Hautausschlägen, die Atmung könnte danach dran sein!

Warum ich das hier und jetzt poste? Dazu erzähle ich gleich mehr, medizinische Details dazu gibt es ansonsten bei Wikipedia hier.

Jetzt zu meinem Teil der Geschichte – mit knapp einem Vierteljahrhundert an Allergieerfahrung ist die Lebensmittelallergie noch etwas relativ Neues für mich, ich habe dagegen “klassisch” mit Pollen und Gräsern angefangen. Lebensmittel waren lange kein Thema für mich, erst meine Mutter hatte eine drastische Form derselben gegen Pinienkerne entwickelt (zwei Notarzteinsätze). Da die Reaktion meist sofort über Zunge und Gaumen zur Rachenverengung führte, was der Zusammenhang sehr klar. Dass mir bei Kiwi also die Zunge zu schwellen begann hieß somit einfach: Von jetzt an Finger weg davon. Die Ausweitung auf anderes, ebenfalls “kratziges” Obst war somit lästig und hinsichtlich der gesunden Ernährung zu bedauern, aber nicht weiter schlimm.

Bis ich gestern meine erste persönliche Erfahrung mit einer starken, indirekten Lebensmittelallergie gemacht habe. Leckeres Mittagessen, ein super zubereitetes Fischgericht mit ein paar Shrimps, Blattspinat mit Pinienkernen (kein Problem für mich, nur für meine Mutter), Kartoffeln und einer grünen Kräutersoße mit Knobi und Olivenöl – superlecker, die Soße war mit aber “kratzig”, wenngleich ich etwas davon gegessen habe. Egal, ignorieren, viel trinken und weiter den Weiterbildungskurs genießen war das Motto. Nur dass es eben nicht besser wurde, sondern überall zu jucken begann.

Also ab zum Betriebsarzt, Antihistamin geholt und ein wenig Kortison in den Allerwertesten, dann wird das schon wieder. Wurde es aber leider nicht. Zum Debriefing des Kurses schaut mich meine Kollegin an, legt den Stift beiseite und nimmt mich mit nach draußen – ich muss wohl wie ein Streuselkuchen ausgesehen haben (so gefühlt habe ich mich jedenfalls). Was sie wusste, ich aber nicht: Wenn es am HAls das Gesicht hochkommt, sind als nächstes vermutlich der Mund und die Atemwege dran. Na super. Was ich noch im Ohr hatte, weil es meienr Mutter in der Notaufnahme gesagt worde war: Immer einen Notarzt rufen, das Staurisiko ist bei Allergien einfach zu groß. Ihr auf dem Handy erreichter Hausarzt bestätigte das, und da ich auf blau anlaufen und intubiert werden keine große Lust hatte, haben wir das auch gemacht. Seltsam (und beunruhigend) bei vollem Bewusstsein mit Hochdruck in einem Notarztwagen behandelt zu werden, aber auch sehr faszinierend. Trotzdem, wiederholen möchte ich so eine Aktion nicht noch einmal, auch wenn man als Allergiker dieses Risiko wohl immer hat.

Fazit: Wenn es unerträglich juckt und überall ausschlägt ist der Notarzt angebracht – die Atmung kann nur Minuten von argen Schwierigkeiten entfernt sein. Meiner lieben Kollegin und ihrer Erfahrung mit ihrem Mann habe ich zu verdanken, so weit nicht gekommen zu sein. Merci Claire! :-)

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