22.03.2009

Schlechte Recherche oder politische Geisterdebatte?

Es klingt so einfach: Der Stealth-Abfangjäger F-22 Raptor kostet gut 320Millionen Dollar pro Stück, und man scheint ihn praktisch nicht einzusetzen. Man könnte also viel Geld sparen, wenn man weniger davon bestellt, oder die ausstehenden Bestellungen ganz storniert. So weit die Tagesschau, so gut.

Doch ein wenig Recherche in Wikipedia bringt interessante Details zutage. Während der deutschsprachige Artikel nur mit einigen generelle Aussagen zu Kosten und der allgemeinen Kritik am Konzept aufwarten kann, bietet der englischsprachige Gegenpart eine ausführliche Übersicht über die bereits erfolgten, sehr deutlichen Stückzahlreduzierungen von 750 auf gut 180, und dies scheinbar auch in wirtschaftlich guten Zeiten unter republikanischen Präsidenten. Was die Diskussion, sofern sie als solche überhaupt existiert und nicht von deutschen Reportern mal eben “herbeigeschrieben” wurde, endgültig zur Farce macht ist der Satz “[...] assessed by the Government Accountability Office to be $361 million per aircraft. [...] That money, referred to as a ‘sunk cost‘, is already spent and is separate from money used for future decision-making, including procuring a copy of the jet.” Will sagen: Wir reden weitgehend über bereits ausgegebene Fixkosten.

Die Frage bleibt also: Schlechte Recherche und “Schreibzwang” der Presse oder schlicht eine politische Geisterdebatte? Was immer es ist, es spricht Bände überVernunft und Rationalität in der öffentlichen Wahrnehmung fast beliebiger Themen.

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